Die Dinosaurier

4. Auflage 1990
248 Seiten
0 Farb.-Abb., 129 SW-Abb.
ISBN: 978-3-89432-385-1

€ 24,95

Jetzt bestellen

Über das Buch

Erst im Jahre 1841 wurde der Begriff der "Dinosaurier" eingeführt und erst seit 1969/70 erfahren sie einen kontinuierlichen Aufschwung in Wissenschaft und Forschung. So sind mittlerweile ganz bemerkenswerte Erkenntniszuwächse in anatomischer und biologischer Hinsicht hinzugekommen. Die Interpretation ihrer Stellung im System der Tiere, die Entstehung der vielfältigen Formen und das abrupte Aussterben im Mesozoikum sind weitere Forschungsschwerpunkte. Etwa 40 % aller gültigen Gattungen wurden erst ab 1969 beschrieben. In den letzten 20 Jahren hat sich das Bild der Dinosaurier in vielen Details gewandelt und präzisiert, so daß wir heute am Beginn einer neuen Qualität der Erkenntnis stehen.
Es gibt mittlerweile eine Unzahl populärer Bücher über Dinosaurier, aber nur ganz wenige, die sich ernsthaft und wissenschaftlich fundiert mit dieser Tiergruppe auseinandersetzen. Der "Haubold" gehört dazu, und man wird schwerlich ein zweites derartig umfassendes Werk finden.

4. Oktober 2003 Rezensentin/Rezensent: libraraptor (Mehr über mich) aus Finnentrop- Ostentrop, NRW Deutschland
So nackt waren sie noch nie! Bitte erwarten Sie wegen des Titels der Rezension nicht, dass Dinos im Buch eine Peepshow abziehen. Im Gegenteil: Es ist sehr wohltuend, die wirklichen Tatsachen über die beherrschenden Tiere des Mesozoikums einmal so umfassend auf einen Blick zu sehen. Dinosaurierfans, die auch vor Sätzen wie "Ein weiteres Problem ist die Paraphylie der Prosauropoden" (S.117) nicht zürück schrecken, haben in diesem 1990 erschienenen Buch eine wahre Fundgrube zu plündern! So wird der geneigte Leser auf den Seiten dieser Monographie kein einziges buntes Dinosaurierbild sehen. Überhaupt sind Lebenddarstellungen in Haubolds wissenschaftlich über jeden Zweifel erhabenes Werk sehr rar. So schreibt der Autor denn auch selbst auf S.217 "Dinosaurier sind als zoologisches Taxon das Ergebnis naturwissenschaftlicher Forschungen und kein Phantasieprodukt. Je weiter sich Hypothesen, Spekulationen und Rekonstruktionen von der wissenschaftlichen Basis entfernen (...), umso fehlerhafter werden die Schlußfolgerungen." Das ist des Autors Zusammenfassung der geleisteten Arbeit, die man nicht hoch genug würdigen kann. Anstatt sich dem vorherrschenden Trend, Dinosaurier verkaufsfördernd an die Pop- und Popwissenschaftskultur zu verraten, beschränkt Haubold sich auf das, was man wirklich aus den Knochen ableiten kann. Und mehr eben nicht! Das Literaturverzeichnis des Buches selbst war zeitlich vermutlich ein extremes Unterfangen! Dieses Buch ist meines Wissens nach das einzige im deutschsprachigen Raum, das wirklich wissenschaftlichen Kriterien standhält und ist somit auch nur eingefleischten Enthusiasten zu empfehlen. Schade, dass es zum Ende der ehemaligen DDR erschien und seither offensichtlich nicht mehr neu aufgelegt worden ist. Somit bleibt ihm wohl die Anerkennung der Dinofans überwiegend verwehrt.

Über den Autor

Prof. Dr. Hartmut Haubold

Prof. Dr. Hartmut Haubold,
bekanntester ostdeutscher Paläontologe; zahlreiche andere Publikationen; tätig am Institut für geologische Wissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle.

Autor & Publikationen ansehen